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Mazda 2 Testbericht

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Mazda 2

Beim neuen Mazda2 soll alles anders werden

Mazda startet den Generationswechsel am unteren Ende der Modellpalette. Ein Jahr nach dem Debüt der Studie Sassou läuft sich nun das Serienmodell Mazda2 warm und bricht mit vielen Konventionen. Lange vor dem Verkaufsstart war Spiegel-Online bereits auf Testfahrt.

Nicht gerade ein BestsellerBislang war der Mazda2 nicht gerade ein Bestseller. Zwar haben die Japaner ihr kleinstes Modell halbwegs erfolgreich im Straßenbild etabliert und in Europa zwischen 30.000 und 40.000 Autos pro Jahr verkauft. Doch in einem Segment, das für rund ein Viertel aller Zulassungen zwischen Narvik und Gibraltar steht, war den Japanern ein Marktanteil von einem Prozent zu wenig: Deshalb soll sich die zweite Auflage des Mazda2, die ab 20. Oktober verkauft wird, deutlich schneller und öfter verkaufen. Spätestens im übernächsten Jahr soll der Marktanteil bei den Kleinwagen auf 2,5 Prozent angewachsen sein.

Kleiner, Leichter, SparsamerDen Optimismus gründen die Japaner auf ein Fahrzeug, das mit einigen Konventionen der Branche bricht. Denn Autos, die mit dem Modellwechsel schöner, charmanter und sportlicher werden, gibt es viele. Aber solche, die kleiner, leichter und sparsamer werden, sind eher selten. Und wenn dann auch noch die Preise sinken und künftig trotz besserer Ausstattung nicht mehr bei 12.600, sondern "unter 12.000 Euro" beginnen, mag man die Zuversicht beinahe teilen.

Kosten senkenMöglich wird das Mini-Max-Prinzip durch konsequente Weichenstellungen im Entwicklungsprozess. "Wir wollten Verbrauch und Emissionen senken und trotzdem nicht die Kosten erhöhen", sagt Projektleiter Shigeo Mizuno. Deshalb sind Materialien wie Aluminium oder Plastik ebenso ausgeschieden wie kleine, aber dafür aufgeladene Motoren, eine Kraftstoff-Direkteinspritzung oder neue Sparsysteme wie eine Start-Stopp-Automatik.

Es darf ruhig etwas kleiner seinStattdessen haben sich die Japaner laut Mizuno die Sinnfrage gestellt: "Wie groß und wie gut ausgestattet muss ein Auto in dieser Klasse wirklich sein?" Dabei kamen sie schnell zu dem Schluss, dass ein paar Zentimeter durchaus gespart werden können: Statt 3,93 ist der Mazda 2 jetzt 3,89 Meter kurz, was der unveränderte Radstand von 2,49 Metern geschickt kaschiert und was weder bei der Kniefreiheit noch beim Blick in den 250 Liter großen Kofferraum auffällt.

100 Kilogramm leichterDie zwei Fingerbreit Verzicht klingen nach einer Lappalie, machen aber auf der Waage und damit an der Zapfsäule einen gewaltigen Unterschied: Weil auch bei der Ausstattung mit jedem Gramm gegeizt wurde und beispielsweise die Sitze und die Kabelbäume leichter wurden, haben die Entwickler das Auto um runde 100 Kilo abgespeckt und den Verbrauch ganz ohne Hightech um bis zu 15 Prozent gesenkt. Selbst das sportlichste Modell mit 103 PS starkem 1,5-Liter-Motor, veritabler Beschleunigung und einem Spitzentempo von 188 km/h liegt jetzt bei einem Normwert von 5,9 Litern. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 140 Gramm pro Kilometer, für die man selbst kleinere Autos wie den neuen Renault Twingo oder den VW Fox lobt.

Ein Dieselmotor folgt im nächsten Sommer

Und damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht einmal erreicht. Schließlich gibt es zum Start auch ein 1,3-Liter-Aggregat, das wahlweise 75 oder 86 PS leistet und nicht ganz so spritzig ist, dafür aber nur 5,4 Liter verbraucht und 129 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Wer noch mehr sparen will, bekommt im Sommer 2008 das Angebot eines 1,4-Liter-Dieselmotor, der 70 PS haben und nahe an die Vier-Liter-Verbrauchsmarke kommen wird.

Flotter Charmeur

Dass der neue Mazda 2 also durch und durch ein vernünftiges Auto ist, sieht man ihm zumindest von außen kaum an. Aus dem altbackenen Mauerblümchen mit dem hohen Dach und dem langweiligen Gesicht ist ein flotter Charmeur geworden, den die Designer im hessischen Oberursel elegant geschminkt haben. Die Scheinwerfer funkeln brillant, die ausgestellten Radhäuser zeugen von einer gewissen Kraft, die Dachlinie ist - schon vor dem Debüt des für Ende 2008 avisierten Dreitürers - nahe am Coupé, und das Heck lockt beinahe zum zärtlichen Klaps.

Trostloser Innenraum ohne PepInnen dagegen ist es mit dem neuen Flair nicht weit her. Zumindest die jetzt verfügbaren Vorserienmodelle wirken seltsam form- und farblos. Zugegeben, die Passungen sehen schon jetzt ganz ordentlich aus. Doch die Türtafeln machen einen ungemein billigen Eindruck, und im Cockpit reichen ein paar glänzende Zierteile oder der runde Ring um das Radio eben nicht aus, um graue Plastiklandschaften aufzupeppen. Das einzig pfiffige Extra neben der praktischen Konsole zwischen den Sitzen ist die nach oben offene Zeitschriftenablage im ansonsten geschlossenen Handschuhfach - und ausgerechnet dort haben die Entwickler an ein paar Cent für feineres Material gespart.

Schnellcheck Mazda2Einsteigen: ...weil der Wagen schicker geworden ist, und weil man sich an der Tankstelle über die 100 Kilo weniger freut.
Aussteigen: ...weil das Interieur mit dem Karosseriedesign nicht mithalten kann: Innen fehlt es an Form und Farbe.
Umsteigen: ...aus Modellen wie Toyota Yaris oder Nissan Micra, aus Renault Clio, Peugeot 207 oder Fiat Grande Punto und aus VW Polo, Ford Fiesta oder Opel Corsa.

Plattform für Ford FiestaDabei waren sie ansonsten trotz des Kostenrahmens und der Gewichtsvorgaben überraschend großzügig. Weil es bei der Sicherheit keine Kompromisse geben soll und Mazda allem Leichtbau zum Trotz auf fünf Sterne im Crashtest schielt, gibt es sechs Airbags und darüber hinaus "erstmals in diesem Segment" auch serienmäßig ESP für alle Modellvarianten. Ebenso ab Werk sind Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber in allen Versionen installiert. Von der neuen Philosophie des Mazda 2 profitiert auch die Konzernmutter Ford. Zwar ist die Verwandtschaft nicht mehr so eng wie beim Vorgängermodell und dem Ford Fusion. Doch zumindest die Plattform des neuen Mazda2 wird auch die nächste Generation des Ford Fiesta tragen.

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