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VW Caddy TEAM Testbericht

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VW Caddy TEAM

VW Caddy Maxi Life - Das lange Ende



Wer praktische Lösungen höher schätzt als elegante Formen, für den war der VW Caddy stets das ideale Familienauto. Jetzt strebt der Kleintransporter in Richtung Van: Als Caddy Maxi streckten ihn die Ingenieure um 47 Zentimeter - der Aufpreis beträgt 1500 Euro.

Problemzone Großraumlimousine

VW hat bei den Großraumlimousinen bislang kein glückliches Händchen bewiesen. Das kompakte Modell Touran ist zwar Marktführer, doch kam der geräumige Cousin des Golfs eigentlich ein paar Jahre zu spät auf den Markt. Der größere Sharan hingegen war ganz vorn dabei, ist jetzt aber so alt und überfällig, dass man schon fragen muss, ob das Auto überhaupt noch verkauft wird. Und der neue Routan ist nichts anderes als ein frisch geschminkter Chrysler Voyager und wird von Volkswagen nur in den USA angeboten.

Praktischer Hochdachkombi

Dass die Niedersachsen auch anders können, zeigt die Sparte VW Nutzfahrzeuge, die mit weitaus weniger Modellen die bessere Figur macht. Der T5 ist als Multivan oder Caravelle als Kleinbus über jeden Zweifel erhaben, und der Caddy hat sich als praktischer Hochdachkombi sowohl an der Laderampe als auch vor dem Kindergarten fest etabliert. Von Jahr zu Jahr verkauft er sich besser und trägt so seinen Teil zu den zehn Prozent Wachstum bei, um die der Absatz der Sparte in den letzten drei Jahren jeweils stieg, wie Finanzvorstand Frank Fiedler ausführt. Mittlerweile hat der Caddy beinahe mit der Touran-Produktion gleichgezogen und wirft, nach anfänglichen Schwierigkeiten, auch einen ordentlichen Gewinn ab, berichtet Fiedler. "So langsam macht mit der Kleine große Freude."

Jetzt auch als Maxi

Künftig könnte er noch mehr Grund zur Freude haben. Denn ab sofort gibt es den Caddy für rund 1500 Euro Aufpreis auch als Maxi. Um 47 Zentimeter gestreckt, schließt er die Lücke zum VW-Bus T5 und liegt damit in Format und Nutzlast exakt auf dem Niveau des legendären Bulli, mit dem bei VW vor rund 60 Jahren die Nutzfahrzeug-Geschichte begann. Vermutlich werden sich die meisten Kunden für den Kastenwagen oder den Kombi entscheiden, glaubt Fiedler.

Maxi Life besser als ein Sharan?

Doch die interessanteste Variante ist der Caddy Life, den die Nutzfahrzeugsparte nah am Pkw positioniert und in der Langversion mit einer besseren Verkleidung für Fensterrahmen und Dachhimmel noch einmal aufgewertet hat. Mit Extras wie Klimaanlage oder Navigationssystem und zahlreichen elektrischen Helfern bestückt, fehlt dem Caddy Life Maxi zu einer luxuriösen Großraumlimousine nicht mehr viel. Für Preise ab 20.224 Euro stellt das Auto den reichlich verstaubten und vor allem mehr als 5000 Euro teureren Sharan in Frage.

Praktisch und geräumig

Zwar hat der Sharan die stärkeren Motoren und am Heck Einzelradaufhängung, während der Caddy Maxi mit Starrachse vorfährt. Doch gibt es beim Caddy anstelle der sperrigen Klapp- zwei praktische Schiebetüren, die Sitze sind bequemer, die Freiheiten für Kopf und Knie größer und die Einschränkungen für Lademeister kleiner: Schon in der kurzen Caddy-Version muss sich auf dem Weg in den Urlaub keiner beschränken, und bei der auf 4,88 Meter gestreckten Variante hat man den Eindruck, die tiefe Gepäckraumhöhle würde nie voll.

Bis zu sieben Sitzen möglich

Selbst als Siebensitzer bietet er bis zur Hutablage 380 und bis unters Dach 530 Liter Stauraum. Wer die dritte Sitzbank ausbaut, kann 1350 Liter laden, und wer zudem noch die Sitze in Reihe zwei nach vorn wickelt, wird mit 3700 Litern Stauraum zum König an der Warenausgabe. Dabei haben die Niedersachsen nicht einmal das gesamte Wachstum in den Kofferraum gesteckt: Nur 15 Zentimeter gehen direkt ins Heck und 32 in den Radstand. Das wahrt nicht nur die Proportionen, sondern bringt zudem fünf Zentimeter mehr Beinfreiheit in der dritten Sitzreihe.

Neuer 140-PS-Diesel

Für das größere Auto gibt es auch einen größeren Motor: Stärkstes Aggregat wird der 140 PS starke Zweiliter-Diesel, der den Caddy Maxi mit 320 Newtonmetern flott in Fahrt bringt und mit 186 km/h Spitze eine ordentliche Reisegeschwindigkeit ermöglicht. Doch schon mit dem kleineren 1,9-Liter-TDI als dritter Motorvariante neben einem 1,6-Liter-Benziner mit 102 PS ist der Wagen hinreichend motorisiert. Für Sprintrennen und Rekordfahrten reichen die 105 PS und 250 Newtonmeter zwar nicht. Und voll beladen möchte man sich die Fahrt auch nicht vorstellen. Aber nur mit zwei, drei Personen und deren Koffern macht der Diesel eine ordentliche Figur und schwimmt gut im Verkehr mit. Und bei einem Sprintwert von 13,5 Sekunden und einem Spitzentempo von 169 km/h ist der Fahrstil automatisch so moderat, dass sich an der Starrachse keiner stört.

Schnellcheck VW Caddy Maxi Life

Einsteigen: ...weil der längere Caddy deutlich mehr Platz bietet und der Aufpreis mit 1500 Euro moderat ausfällt.

Aussteigen: ...weil zumindest ambitionierte Fahrer über die hintere Starrachse stöhnen.

Umsteigen: ...aus den VW- Vans Touran und Sharan, aber auch aus Peugeot Expert, Citroen Jumpy, Fiat Scudo sowie Renault Scenic XL oder Citroen C4 Picasso.

Kommt auch ein Pickup?

Nachdem VW jetzt die Lücke zwischen Caddy und T5 geschlossen haben, rückt bei der Nutzfahrzeugtochter jetzt ein Pickup ins Blickfeld. Mit den amerikanischen V8-Modellen will sich VW zwar nicht anlegen. Doch zumindest für den Rest der Welt plant der Konzern einen robusten Pritschenwagen, der wohl im argentinischen Werk Pacheco vom Band laufen soll. Und zwar noch im Laufe dieses Jahrzehnts, wie zu hören ist. Ein weiteres Wachstums-Segment könnten die kompakten Stadtlieferwagen sein. Hier begann ja auch die Geschichte des Caddy vor rund 25 Jahren, damals noch auf Basis des Golf 1. Doch diese Idee wischt Finanzvorstand Fiedler beiseite. "Je kleiner das Auto, desto kleiner die Marge. Da lassen wir lieber andere ran."

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